Mitteilungs-Archiv

Revision Energiegesetz und -verordnung: Was ändert sich für die Photovoltaik?

15. 04. 2014

Per 1. April 2014 ist auch die Revision 1B der Energieverordnung (Eigenverbrauchsregelung, Einmalvergütung) in Kraft getreten und damit neue Regelungen zur Vergütungspolitik für PV-Anlagen sowie zu Betrieb und Nutzung solcher. Nachfolgend sind die wichtigsten Neuerungen durch die Revision des Energiegesetzes und der Energieverordnung zusammengefasst. Tiefergehende Infos entnehmen Sie dem Factsheet von Swissolar.

tl_files/layout/img/document_download.png Factsheet Politik Photovoltaik 2014 (PDF, 389 KB)

Revision des EnG (seit 01. 01. 2014 in Kraft)

  • Erhöhung des KEV-Deckels auf 1.4 Rp./kWh (resp. 1.5 Rp./kWh inkl. Sanierungen Wasserkraft)
  • Als Konsequenz erhalten dieses Jahr (2014) gemäss Swissgrid alle angemeldeten Anlagen bis Stichtag KEV-Anmeldung 15. 06. 2011 die KEV
  • die Eigenverbrauchsregelung ist (auch für KEV-Anlagen) anwendbar
  • Einmalvergütungen für Photovoltaik-Anlagen (max. 30% der Investitionskosten von Referenzanlagen) mit einer Leistung bis zu 10 kW und Wahlmöglichkeit (Einmalvergütung oder KEV) für Anlagen mit einer Leistung zwischen 10 bis 30 kW

Revision 1A der EnV: KEV-Dauer und Tarife (seit 01. 01. 2014 in Kraft)

  • Kürzung der Vergütungsdauer Photovoltaik auf 20 Jahre
  • Kürzung der Vergütungen für PV um je nach Leistungsklasse bis zu 12 % für angebaute Anlagen
  • Integrierte Anlagen: Anlagen bis zu einer Leistung von 100 KW haben einen eigenen Tarif. Die Tarife liegen 15% höher als jene für angebaute Anlagen. Integrierte Anlagen ab einer Leistung von 100 kW haben keinen eigenen KEV-Tarif mehr, sondern werden nach den KEV-Tarifen für angebaute Anlagen vergütet. Die bisherige Anlagendefinition integrierter Anlagen, die auch „pseudointegrierte Anlagen“ zuliess, wurde vom BFE zurückgezogen
    tl_files/layout/img/document_download.png BFE-Richtlinie "Gebäudeintegrierte Photovoltaikanlagen" (PDF, 384 KB)
  • Freistehende Anlagen haben um 10 % tiefere Tarife als angebaute Anlagen
  • Abschaffung der Projektfortschrittsmeldung für PV, Kürzung der Fristen bei Wasserkraft und Wind (dadurch Wegfall von unrealistischen Anlagen)
  • Im neuen System (20 Jahre Dauer und revidierte Tarife) wurde auf eine jährliche, automatische Vergütungssatzabsenkung (8%) für PV verzichtet (der Bundesrat kann jederzeit bei Bedarf Anpassungen vornehmen)

Revision 1B der EnV: Eigenverbrauchsregelung & Einmalvergütung (seit 01. 04. 2014 in Kraft)

  • das Recht, den produzierten Strom vor Ort im Sinne einer Eigenbedarfsdeckung vor der Netzeinspeisung zu nutzen bzw. intern weiterzuverrechnen, ist neu explizit gesetzlich verankert
  • dieses Recht gilt auch für Neuanlagen, welche die KEV erhalten bzw. für diese angemeldet werden
  • Herkunftsnachweise können jedoch nur für Anlagen, welche die Einmalvergütung in Anspruch nehmen gehandelt und übertragen werden
  • für Anlagen bis 10 kWp gibt es nur Anspruch auf die Einmalvergütung, für Anlagen von 10 bis 30 kWp kann zwischen der Einmalvergütung und der KEV gewählt werden, für Anlagen ab 30 kWp besteht lediglich Anspruch auf die KEV

Revision Raumplanungsverordnung (seit 01. 05. 2014 in Kraft)

  • „Genügend angepasste“ Solaranlagen sind gemäss revidiertem Art. 18a des Raumplanungsgesetzes (RPG) grundsätzlich bewilligungsfrei
  • Genügend angepasst sind gemäss Verordnungsentwurf (RPV Art. 32a) Solaranlagen auf dem Dach, wenn diese:
       a. die Dachfläche im rechten Winkel höchstens 20 cm überragen
       b. von vorne und von oben gesehen nicht über die Dachfläche hinausragen
       c. nach dem Stand der Technik reflexionsarm ausgeführt werden und
       d. als kompakte Fläche zusammenhängen
  • Anlagen auf Natur- und Kulturdenkmälern von kantonaler oder nationaler Bedeutung sind nach wie vor bewilligungspflichtig. Der Verordnungsentwurf nennt die zu berücksichtigenden Inventare (RPV Art. 32b). Kantone können zudem Zonen mit Bewilligungspflicht festlegen. Eine pauschale Verweigerung von Bewilligungen in Ortskernen wird nicht mehr zulässig sein.